Kann der Mittelstand von der Flüchtlingswelle profitieren?

 „Das sind nicht die Fachkräfte von heute, sondern von übermorgen.“ (Spiegel Online, 2016) So lautet die Einschätzung von Markus Schmitz, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, über das Potenzial jugendlicher Flüchtlinge als Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft.  Er begründet dies durch eine lange Vorbereitungs- und Qualifikationszeit sowohl auf sprachlicher, als auch fachlicher Ebene. Im Durchschnitt wird diese Phase bis zum Berufseinstieg sechs Jahre dauern. (Spiegelnet GmbH, 2016)

Eine statistische Erhebung im Juni 2016 zeigt das Bildungsniveau von arbeitssuchenden Flüchtlingen in Deutschland. Demnach sind mehr als 290.000 Personen im Kontext von Fluchtmigration arbeitssuchend, mehr als 130.000 von ihnen arbeitslos. Rund ein Viertel der Arbeitssuchenden haben keinen Hauptschulabschluss, weitere 11% nur einen Hauptschulabschluss. Das bedeutet das rund ein Drittel nicht, oder nur geringfügig qualifiziert für den Arbeitsmarkt ist. Über einen äquivalenten Abschluss zur Mittleren Reife verfügen laut Bundesagentur für Arbeit nur 5,8%. Aufgrund von mangelnder schulischer und fachlicher Ausbildung können 57,9% der arbeitssuchenden Flüchtlinge nur Helfertätigkeiten ausüben, rund 13% sind ausreichend qualifiziert um als Fachkraft zu arbeiten. Lediglich 5,1% verfügen über ein Bildungsniveau welches ihnen erlaubt als Spezialist oder Experte zu arbeiten. Die verbleibenden 23,9% machten zu ihrer Qualifikation keine Angaben. (Bundesagentur für Arbeit, Juni 2016) Diese Zahlen veranschaulichen, was viele schon befürchtet hatten: Der Fachkräftemangel kann durch die  Flüchtlingswelle weder gestoppt, noch abgeschwächt werden.

 Quellen: Bundesagentur für Arbeit. 2016. Hintergrundinformation: Geflüchtete Menschen in den Arbeitsmarktstatistiken - Erste Ergebnisse. Nürnberg; Spiegelnet GmbH. 2016. Sechs Jahre vom Deutschkurs bis zum Job. Verfügbar unter: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/fluechtlinge-sechs-jahre-vom-de...